Club slogan
Club slogan
Club

Das befreite Lachen

Flüchtlingskinder verbringen beim MYCÜ einen Ferientag auf dem Wasser

Kleine Herzen aus Händen geformt – Der Dank für einen schönen und erlebnisreichen Tag. Fotograf: Stefan Schroer

Der Zufall war im Spiel, als sich eine Gruppe mit Flüchtlingskindern bei Ralf Kaufmann nach der Schiffverbindung nach Überlingen erkundigte. Zu dem Zeitpunkt trafen sich gerade auch einige Mitglieder des Motor-Yachtclub Überlingersee e.V. (MYCÜ) beim Hafenmeister in Wallhausen. Spontan sprachen sie den 17 Mädchen und Jungen aus dem Nordirak und ihren Betreuern eine Einladung für eine Bootsfahrt aus.

Schon am nächsten Nachmittag, 13. Juni 2017, ging es mit zwei Schlauchbooten, einem Motorsegler und einer Motoryacht mit insgesamt 30 Personen aufs Wasser. Die Kinder im Alter von elf bis 17 Jahren hatten noch nie in ihrem Leben Urlaub gemacht und kannten Meer und Seen nur aus dem Fernsehen.

Die Schwimmer durften einen Ritt auf der „Banane“ wagen oder hatten großen Spaß bei einer flotten Fahrt mit dem Schlauchboot. Andere genossen einfach die Wellen, das Schaukeln an Bord einer Yacht oder ließen von der Badeplattform die Beine ins Wasser baumeln. Die Kinder und Jugendlichen hatten einen riesengroßen Spaß und man konnte an ihrem befreiten Lachen erkennen, dass sie den unmittelbaren Augenblick im Hier und Jetzt völlig entspannt erlebten. Ein Kind bemerkte mit Blick auf die schneebedeckten Berge über dem See, dass es noch nie etwas so Schönes gesehen habe. Wie im Fluge vergingen die Stunden auf dem Wasser.

Die Nachricht von der Flüchtlingsgruppe machte schnell die Runde am MYCÜ-Steg. Spontan wurden Getränke, Süßigkeiten und Kekse gesammelt, so dass für Verpflegung für einen Törn in den Sonnenuntergang gesorgt war. Die abendliche Ausfahrt auf den See verlief in ruhiger und besinnlicher Stimmung. Beim Abschied konnte man in glückliche und dankbare Kinderaugen blicken. Den beteiligten Clubmitgliedern war der Tag ein eindrückliches Erlebnis, das zum Nachdenken und zur Diskussion anregte.

Die jungen Flüchtlinge stammen aus einem Dorf im Nordirak, das von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ überfallen und dessen Bewohner getötet, verschleppt und vergewaltigt wurden. Alle diese Kinder und Jugendlichen haben Eltern, Geschwister und nahe Verwandte bei diesem Angriff verloren. Sie sind inzwischen seit 12 bis 18 Monaten in Deutschland. Nach all den schrecklichen Erlebnissen mit Menschen, die ihnen so viel Leid zugefügt haben, war es unglaublich wertvoll für die Kinder und Jugendlichen zu erleben, dass Menschen es einfach gut mit ihnen meinen. Einer der Jugendlichen brachte es auf den Punkt: „Sie machen das, damit wir wieder lachen.“

Zurück